Gin Spezialist

Gin GlasGin ist als Spirituose durch den Wacholderanteil gekennzeichnet, der ihm den typischen Geschmack verleiht. Der Alkohol selbst wird aus beliebigem Getreide oder Melasse gebrannt, die Aromatisierung mit Wacholderbeeren und weiteren Kräutern und Gewürzen, sogenannte Botanicals,  erfolgt während des Destillierens. Dabei nehmen die Alkoholdämpfe den Gewürzduft per Überleitung auf, auch können Gewürze in das Korn gemischt werden, woraus der Schnaps gebrannt wird (Mazeration). Oft werden beide Verfahren gleichzeitig angewendet. In vielen Cocktails ist Gin unerlässlich.

Es wird bei Gin zwischen vier klassische Arten unterschieden:

Geschichte des Gins

Seinen Namen hat der Gin vom Wacholder, dessen lateinische Bezeichnung Juniperus lautet. Er ist heute in der Herstellung reglementiert, neben Wacholder und Koriander kann er Muskat, Ingwer, Calville-Äpfel oder Flavedo (Orangenschalen) enthalten, insgesamt gibt es rund 120 Zutaten. Den Alkoholgehalt hat die EU auf minimal 37,5 Volumenprozent festgesetzt. Den ersten Wacholderschnaps brachten englische Soldaten um 1650 aus dem spanischen Krieg mit auf die Insel, dort erhielt er den Namen Gin und wurde ab 1769 von Londoner Unternehmen Gordon Co. produziert. Ab 1791 wurde seine Herstellung reglementiert, und er wurde gesellschaftsfähig. Die Verfahren wurden stetig weiterentwickelt, verschiedene Sorten entstanden in Londoner Vierteln wie Bloomsbury und Finsbury. Im letztgenannten Londoner Vorort entstand bei der 4-fachen Destillation in Kupferkesseln der London Dry Gin. Es gab in England zwischenzeitlich (1840 – 1880) ein Gin-Verbot.

Die Herstellung von Gin

Der erste Schritt bei der Herstellung dieser Spirituose ist die Brennung von Alkohol aus Getreide oder Melasse. Mit diesem Alkohol wird anschließend gearbeitet, wobei die Aromatisierung, anders als bei vielen Alkoholika, nicht erst nach der Destillation erfolgt, sondern währenddessen. Hierbei gibt es, abhängig vom Aromaträger, zwei Vorgehensweisen, welche angewandt werden: Eine davon ist die sogenannte Mazeration, bei der Gewürze und Aromen mit der Kornmaische vermischt und mit ihr destilliert werden. Bei dem zweiten Verfahren werden bei der Destillation die alkoholischen Dämpfe über die Gewürze geleitet, sodass die Dämpfe deren Geschmack aufnehmen. Um sich tatsächlich „Gin“ nennen zu dürfen, muss das fertige Endprodukt innerhalb der Europäischen Union, aber auch in der Schweiz, einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5% aufweisen.

Der Geschmack von Gin

Der unverwechselbare Geschmack des Destillats setzt sich aus bis zu 120 unterschiedlichen Komponenten zusammen. Neben den namensgebenden Wacholderbeeren kreieren Gewürze wie Koriander und, abhängig vom Hersteller, Zutaten wie Paradiesapfelkerne, Rinden, Beeren, Orangenschalen, Kräuter, Muskatnüsse oder Ingwer in meist 37,5 prozentigem Alkohol. Der Zusatz „Dry“ drückt aus, dass bei der Abfüllung keinerlei Süßungsmittel bzw. süßende Stoffe eingesetzt wurden, wie dies bei einigen Herstellern bzw. anderen Sorten durchaus üblich ist.